4. Schuljahr - Tipps für die häufig fordernde Zeit des Übertritts


Wie in jedem Schuljahr um diese Zeit befinden sich die Schülerinnen und Schüler der 4. Klassen in Bayern voll im Übertritt. Der erste Notenzwischenstand lässt vielleicht schon erkennen, in welche Richtung die Entscheidung für die neue Schule geht.

Die weiterführenden Schulen stellen sich aktuell in Infoabenden und bald auch durch die Tage der offenen Tür vor. Es ist für viele Familien von Viertklässlern eine anstrengende und fordernde Zeit, die Kinder und Eltern häufig viel Kraft kostet und an ihre Grenzen bringt.


Meine Kinder haben die Grundschule inzwischen alle verlassen, drei Übertritte liegen hinter uns, und bei jedem Kind war es völlig anders. Drum möchte ich an dieser Stelle einige wenige Impulse geben, die die Zeit des Übertritts vielleicht entlasten können.


Mir ist klar, dass nicht jeder jeden dieser Punkte umsetzen kann oder möchte. Es sind nur Impulse und Vorschläge, bitte stressen Sie sich nicht damit! Wann immer Sie können, bleiben Sie entspannt! Sie geben ganz bestimmt Ihr Bestes und möchten nur das Beste für Ihr Kind. Manchmal verlieren wir dabei allerdings aus den Augen, dass wir das Beste bereits haben: ein Kind, eine Familie, gemeinsame Lebenszeit! Und Übertritt und Schule sind nur ein Teil davon.


Übertrittszeit:

  • Lernen und Wissen aufnehmen setzt ein gut funktionierendes Gehirn voraus.

  • Unter Stress können wir nur begrenzt klar denken, uns keine neuen Inhalte merken oder gelerntes Wissen abrufen.

  • Stress während des Übertritts entsteht u.a. aufgrund von inneren und äußeren Erwartungshaltungen und der Angst oder der Erfahrung, diesen nicht zu genügen.

  • Stress drückt sich manchmal körperlich in Kopf- oder Bauchschmerzen oder Schlaflosigkeit aus.

  • Kinder brauchen viel Unterstützung, um den Umgang mit diesem Stress lernen zu können. Die meisten Kinder sind im vierten Schuljahr dazu noch nicht in der Lage!

Als Eltern können Sie unterstützen, indem Sie z.B.


  • familiäre Termine und Verpflichtungen soweit wie möglich reduzieren, um maximal viel Zeit für Erholung zu ermöglichen.

  • Stress aus dem Familienalltag nehmen. Drücken Sie öfter mal ein Auge zu , wenn es zu Hause nicht so läuft, wie Sie es gerne hätten. Es macht in angespannten Zeiten keinen Sinn, auch noch über den nicht weggebrachten Müll oder das unaufgeräumte Zimmer zu diskutieren. Falls Sie die Idee haben, Ihr Kind dadurch zu verwöhnen oder Ihnen wichtige Prinzipien zu verletzen, dann sehen Sie es doch einfach als einen Akt der aktiven Übertrittsunterstützung Ihres Kindes, wenn Sie in dieser Zeit einen Teil seiner Pflichten übernehmen (Jacken aufhängen, Schuhe wegräumen, Tisch decken,….). Wir Erwachsenen wünschen uns in stressigen Zeiten doch auch immer mal wieder Entlastung im Alltag, auch wenn wir natürlich alles alleine machen könnten.

  • Zeitoasen schaffen, in denen Ihr Kind einfach Kind sein darf und in denen Schule und Lernen kein Thema ist. Das Gehirn darf auch mal entspannen und braucht Zeit zum Verdauen.

  • Freizeitaktivitäten unterstützen. Hobbies sind Dinge, die Kinder lieben. Lassen Sie Ihrem Kind seine Hobbies und seinen Sport! Bewegung und die Beschäftigung mit Themen, die wir mögen, steigert unsere Lebensfreude, unser Interesse und unsere Kreativität. All das steigert die Motivation sich auch schulisch zu engagieren.

  • Ihrem Kind die Pflege seiner sozialen Kontakte ermöglichen. Austausch und Zusammenhalt sind gerade in stressigen Zeiten wichtig. Nicht alle Themen besprechen und verarbeiten Kinder mit Ihren Eltern.

  • Eltern-Kind-Zeit mit Ihrem Kind verbringen. Wichtiger als gemeinsame Lernzeit ist für Ihr Kind gemeinsame Eltern-Kind-Zeit, in der Sie einfach da sind, emotionale und mentale Unterstützung bieten, zuhören, kuscheln, lachen und gemeinsame Zeit genießen. Versuchen Sie mindestens so viel unbeschwerte Zeit mit Ihrem Kind zu verbringen, wie Lernzeit. Wenn es Ihnen schwer fällt, hier „locker“ zu lassen, dann hilft Ihnen vielleicht zu wissen, dass es recht einfach möglich ist, seinen Bildungsweg zu verändern, Schulabschlüsse nachzuholen, neue Sprachen zu lernen, usw., dass Ihr Kind aber nur diese eine Kindheit mit Ihnen verbringt.

  • die Initiative Ihres Kindes aufgreifen. Wenn es um Unterstützung (beim Lernen) bittet, dann helfen Sie ihm. Wenn Ihr Kind sich alleine vorbereiten möchte, dann unterstützen Sie seinen Wunsch nach Autonomie und zeigen Sie ihm, dass Sie ihm zutrauen, alleine zu lernen.

  • die Signale Ihres Kindes ernst nehmen. Wenn Ihr Kind Ihnen signalisiert, dass es ihm reicht oder gar zu viel wird, dann sollten Sie Ihrem Kind und sich eine Pause gönnen.

  • sich Unterstützung (z.B. durch ein individuelles Coaching) holen, wenn Sie sich unsicher sind, zu sehr unter Druck fühlen, die eigenen Schulzeit (noch) Stress verursacht oder Sie einfach nur Ideen brauchen, wie Lernen zu Hause funktionieren kann. Sprechen Sie mich gerne an!

Zur Wahl der geeigneten Schule schreibe ich im nächsten Artikel mehr. Als Denkansatz vorweg nur so viel: die Zeit und Energie, die Ihr Kind (mit oder ohne Ihre Unterstützung) aktuelle investieren muss, um einen bestimmten Notenschnitt zu erreichen, wird es (wahrscheinlich) aufrecht erhalten müssen, um auf der neuen Schule im Hinblick auf Leistung erfolgreich sein zu können.

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